Bruichladdich Islay Whisky
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Islay Whisky - Der Stolz einer ganzen Insel
Nach Islay kamen die ersten Siedler ca. 9.600 v. Chr. (Mesolithikum). Ein Feuerstein wurde im Jahre 1993 gefunden. Dieser wurde vor ca. 12.000 Jahren als Werkzeug genutzt. Kolumban (ein Heiliger und Missionar von Schottland) kam wohl auf dem Weg von Irland nach Iona im 5. Jahrhundert nach Islay. Damals war die Insel Islay Teil des Königreichs "Dalriada". Die Westküste Schottlands wurde Vom 14. bis zum 16. Jahrhundert von den "Lords of the Isles" regiert. Im Jahre 1408 unterschrieben sie die "Islay Charter" (in gälischer Sprache).
Daniel Campbell erwarb die Insel Islay 1726. Bis zum Jahre 1853 blieb sie in Familienbesitz bevor James Morrison Islay kaufte.
In den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts sank die Bevölkerung der Insel Islay. Die "Highland Clearances" waren der Grund dafür, das zahlreiche Bewohner emigrieren mussten. Ein Militärflughafen wurde während des 2. Weltkriegs auf Islay erbaut. Später wurde der Flughafen auch die zivile Luftfahrt genutzt.
Die Insel Islay hat insgesamt eine Fläche von 619,6 Quadratkilometern. Sie ist rund 40km lang und maximal 32km breit. 491 Meter ragt die grösste Erhebung der Insel in die Höhe. Die felsige Region im Süden der Insel nennt sich "The Oa". Tief ins Innere der Insel ragt der Meeresarm "Loch Indaal" im Westen. Eine im Südwesten befindliche Landzunge heisst "Rhinns of Islay" und ragt ins Meer hinein.
Im Laufe der Jahrzehnte schrupfte die Einwohnerzahl stätig. Durch die Schliessung diverser Whisky-Destillen und deren Zulieferer verliessen immer mehr Einwohner die Insel. Von den ehemals ca. 8000 Bewohnern leben heute noch rund 3.500 Einwohner auf Islay. Hauptorte sind neben Bowmore auch Port Ellen, Port Charlotte und Port Askaig. Begriffe, die dem Whisky-Liebhaber sicherlich bekannt vorkommen.
Die klimatischen Verhältnisse sind wegen des Golfstroms als eher mild zu bezeichnen. Auch aus diesem Grund leben auf Islay viele Vogelarten (u.a. Seeadler, Austernfischer, Kornweihen, Kormorane, Alpenkrähen sowie diverse Wat-Vogelarten).
Ein Besuch auf der Insel Islay lohnt sich ganz bestimmt. Zu den Sehenwürdigkeiten gehören:
- Clyde Tomb von Cragabus
- Menhire von Ballinaby
- Steinkreis von Cultoon
- Das frühchristliche Kreuz von Kilnave
- Kilchiaran Chapell
- Broch Dun Nosbridge
- Das Kreuz und die Kapelle der Ardnave-Halbinsel
- Die Keltenkreuze von Kilnave und Kildalton
- Das Schiffswrack der "Wyre Majestic" nahe der Bunnahabhain-Destille
Die Whisky-Brennereien auf Islay sind die Haupteinnahmequelle der Insel. Die Produktion hervorragender Whisky-Sorten ist eng mit dem Tourismus verknüpft. So können diverse Destillen besichtigt werden. Hierzu sind jeweils Besucherzentren eingerichtet worden. Nach einer ausführlichen Besichtigung schliesst sich meist ein Whisky-Tasting an. In angegliederten Shops finden Besucher ihr Souvenir. Auch werden spezielle Abfüllungen angeboten die es nur vor Ort zu kaufen gibt. Es werden von verschiedenen Anbietern Whisky-Reisen angeboten. Während einer Rundreise lernen Sie neben den wichtigsten Destillen auch Land und Leute kennen.
Gegenwärtig aktive Brennereien sind: Ardbeg, Kilchoman, Bunnahabhain, Laphroaig, Bowmore, Bruichladdich, Kilchoman, Lagavulin und Caol Ila
Die Insel Islay - Immer eine (Whisky)-Reise wert
Auch für diese Region werden spezielle Reisen für den Whisky-Freund angeboten. Die hier nun genannte Reiseroute
ist lediglich ein Vorschlag. Diese Reisen werden, je nach Veranstalter, auch individuell für Sie gestaltet.
1. Tag
Die Reise beginnt, je nach Wunsch, am Morgen in Glasgow oder Edinburgh. Es geht vorbei am Loch Lomond in
Richtung Inveraray (ein kleines Dorf am Fjord Loch Fyne). Dort angekommen besichtigen Sie das grosszügig gestaltete
Schloss oder die kleine dorf ansässige Brauerei.
Nach einem leckeren Mittagessen geht es nun weiter nach Campelltown (gelegen auf der Halbinsel Kintyre) Hier
besichtigen Sie die bekannte Springbank-Distillery. Die hier hergestellten Whiskies sind recht selten was sie
unter Kennern zu begehrten Sammlerobjekten macht. Die Abfüllungen sind oftmals limitiert.
Fussläufig erreichen Sie früh Abends die Fähre nach Islay. In Bowmore liegt unser Hotel für die nächten 3 Nächte.
2. Tag
Sie verbringen den ganzen Tag auf Islay. Geniessen Sie die weissen Sandstrände und die wunderschöne Landschaft.
Selbstverständlich soll auch der Whisky (kräftig, torfig und leicht salzig im Geschmack) nicht zu kurz kommen.
Das erstes Ziel am Morgen ist die Kilchoman Distillery. Dies ist zugleich die neueste und kleinste Destille auf
Islay. Sollten Sie kein Whisky-Fan sein, so empfielt sich eine Küstenwanderung. Nach dem Mittagessen fahren Sie
entlang der Westküste in den Fischerort Portnahven.
Bei einer Führung durch die Destille Bruichladdich erfahren Sie wissenswertes zur Herstellung und zur
Geschichte. Im Anschluss können Sie bei einem Tasting einige Whisky-Sorten probieren. Im Anschluss haben Sie die
Wahl: Besichtigen Sie das Islay-Museum oder nehmen Sie ein gutes schottischen Bier im ördlichen Pub zu sich.
3. Tag
Im Süden der Insel Islay befinden sich die Destillen Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg. Für einen Fotostop halten
Sie bei den zuerst genannten Destillen. Ardbeg läd zu einer Führung mit anschliessendem Tasting ein. Tolle Whiskies
können hier probiert werden. Im zur Destille gehörigen Restaurant geniessen Sie Spezialitäten der Region und
entspannen. Den Rest des Tages verbringen Sie in Bowmore um die kleine Stadt besser kennen zu lernen. Wer vom
Whisky nicht genug bekommen kann, der besichtigt die Destille Bowmore.
4. Tag
Am nächsten Morgen fahren Sie mit der Fähre wieder auf das Festland zurück. In Oben (dem Haupthafen der
Hebrideninseln) haben Sie die Möglichkeit eine Verlängerung der Reise zu tätigen. Zusätzlich lernen Sie dann die Inseln Iona, Mull und Skye kennen. Wünschen Sie dies nicht, geht es zurück zum Ausgangspunkt der Reise (Glasgow oder Edinburgh).
Über die Herstellung von Whisky
Menschen trinken gerne mal einen Whisky. Die einen mögen ihn lieber als Zutat in einem Cocktail, die anderen geniessen Whisky gerne pur oder auf Eis. Unterschiede im Geschmack und in der Qualität der verschiedenen Whisky-Sorten gibt es da natürlich. Es ist nicht einfach Whisky herzustellen. Im Gegenteil: Es ist keine einfache Sache und recht kompliziert. Jeder Whisky-Hersteller stellt seinen Whisky auf eigene Art und Weise her. Doch es gibt selbstverständlich Grundregeln um Whisky zu produzieren.
Der erste Arbeitsschritt wird "mälzen" genannt. In der dieser Phase keimt die in Wasser eingeweichte Gerste. Die daraus entstandenen Keime werden nun getrocknet. Bereits hier wird über den späteren Geschmack des Whiskies entschieden. Jede Destille hat hier seine eigene Methode. Die getrocknete Gerste wird nun gemahlen und mit kochendem Wasser übergossen. Dieser Vorgang wird öffters wiederholt um möglichst viel der löslichen Stärke herauszufiltern. Diese Maische kühlt nun ab. Hefe kommt als nächstes hinzu und wird unter die Maische gemischt. Der enthaltene Zucker der sich in der Maische befindet ist der Sauerstoff-Lieferant und regt so den nötigen Gärungsprozess an. Es entsteht so der Alkohol im Whisky.
Es wird nun destilliert. Je nach Hersteller unterscheiden sich hier die Verfahren. Für die Reifung wird das Destillat in Holzfässer abgefüllt. Hier lagert es für mindestens 3 Jahre (erst jetzt darf sich der Brand "Whisky" nennen). Durch die Lagerung im Fass erhält der Whisky seinen typischen Geschmack. Der Geschmack des Whiskies wird so beeinflusst. Die verwendeten Fässer unterscheiden sich je nach Destille. So ein Fass kann zum Beispiel aus amerkanischer Weiss-Eiche oder aus europäischer Eiche bestehen. Abgefüllt wird Whisky nach unterschiedlich langer Reifezeit in Flaschen aus Glas.
Wirtschaftsfaktor Whisky / Whiskey
Rund 11.000 Menschen im vereinigten Königreich arbeiten in der Whiskyindustrie. Hinzu kommen 57.000 Menschen aus der Zulieferindustrie.
Ca. 953.000.000 Flaschen Whisky wurden verkauft (davon 55.000.000 Flaschen Single Malt). Dem Staat brachte dies ca. 800.000.000 GBP an Alkoholsteuer ein. Mit dem Export von Whisky wurde ein Umsatz von 2.000.000.000 GBP erzielt. 90% davon entfielen hierbei auf Blended Whisky.
(Stand: 2004)
Steuern, Kämpfe, Prohibition und Konzerne
Seit dem Jahre 1643 sollte Whisky in Irland offiziell besteuert werden (in Schottland seit 1644). Dieses Vorhaben scheiterte, niemand hielt sich daran. Whisky wurde im Jahre 1661 zunächst in Irland und dann im Jahre 1707 auch in Schottland verboten. Eine Ausnahme gab es jedoch: Mit einer gültigen staatl. Lizenz durfte weiter Whisky produziert werden. Wegen der Steuern kam es in den folgenden Jahren zu blutigen Kämpfen zwischen den Steuereintreibern ("gaugers" genannt) und den Schmugglern von Whisky ("smugglers" genannt).
Whiskey / Bourbon wurde auch in Amerika besteuert: Im Jahre 1794 war es George Washington (er betrieb eine eigene Brennerei) der eine Steuer auf Whiskey / Bourbon erhob um den Bedarf an finanziellen Mitteln besser decken zu können. Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges waren die Kassen leer. Es kam daraufhin in Pennsylvania zu einer Rebellion der Siedler. Sie wollten diese Steuer nicht hinnehmen. Eine 13.000 Mann starke Armee unter der Führung von Henry Lee musste den Aufstand blutig beenden. Die Whiskey-Brenner gingen nach Westen in die Staaten Tennessee und Kentucky. Der grösste Teil der in den USA hergestellten Whiskeys / Bourbon kommt auch heute noch von hier.
Im Jahre 1822 verabschiedete man in Schottland den "Illicit Destillation Act", das Gesetz über die illegale Destillierung. Das Steuerrecht wurde so zwar vereinfacht, da es aber die Rechte der Großgrundbesitzer stärkte. kam es wieder zu Unruhen. Ein Jahr später wurde der sogenannte "Act of Excise" beschlossen. Es wurde ein Betrag von 10 britischen Pfund und ein fixer Betrag pro Gallone Whisky vereinbart.
Eine Mindestgrösse von 40 Gallonen pro Brennblase wurde gleichzeitig beschlossen. Der Gründer von "The Glenlivet" George Smith baute als Erster seine Brennerei nach den neuen Vorgaben. Durch die neue Rechtssprechung lohnte es sich nun, Whisky legal zu produzieren. In einem Zeitraum von 10 Jahren verschwanden so die illegalen Brennereien in Schottland und auch in Irland.
Die allermeisten kleinen Brennereien in den USA mussten wegen der Prohibition (von 1920 bis 1933) den Betrieb einstellen und geschlossen werden. Auch Schottland blieb davon nicht verschont. Die nun legal in den Startlöchern stehende Produktion kontrollierten grössere Konzerne. Auch in Schottland konzentrierten sich die Brennereinen und die Abfüller in Konzernen. Heute operieren diese Konzerne weltweit und vereinen diverse Destillen unter einem Dach. Durch immer weitere Zukäufe gibt es immer weniger kleine, unabhängige Betriebe.

